BioValid – Validierung für Innovationen in der industriellen Biotechnologie
Fristen
- Daten des Inkrafttretens
- 01.07.2026
- Ende der Laufzeit
- 30.09.2027
- Einreichungsfrist(en)
07. September 2026 für Modul 1 / 10. August 2026 für Modul 2
- Förderinstitution
- BMFTR
Beschreibung
Der Förderaufruf setzt die Hightech Agenda Deutschland (HTAD) um, indem er die Testung und Validierung aussichtsreicher biotechnologischer Produktionsprozesse fördert und damit den Transfer in die industrielle Anwendung vorantreibt. Damit zahlt er auf das Ziel der HTAD ein, mit Hilfe der Biotechnologie eine wettbewerbsfähige, ressourceneffiziente Industrie zu gestalten. Der Förderaufruf leistet einen Beitrag zur Erreichung folgender Meilensteine innerhalb des Ziels 2 der Roadmap Biotechnologie:
- Umsatzanteil biobasierter Chemikalien auf 15 % steigern
- Zugang zu Forschungs- und Technologieinfrastrukturen für Unternehmen vereinfachen
Die industrielle Biotechnologie als Deep-Tech-Sektor ist geprägt von langen Entwicklungszyklen und hohem Kapitalbedarf, da biotechnologische Prozesse aufwendige experimentelle Forschung und spezialisierte Infrastruktur erfordern. Deutschland verfügt in diesem Bereich über exzellente angewandte Grundlagenforschung, doch zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und wirtschaftlicher Nutzung besteht eine deutliche Lücke („Innovation Gap“).
Für die Einreichung ist jeweils eine Skizze von maximal 5 Seiten Umfang nötig.
Was wird gefördert?
Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (FuE-Vorhaben) der industriellen Biotechnologie mit zwei thematischen Schwerpunkten.
Modul 1: Testung und Validierung innovativer biotechnologischer Prozesse
Im Rahmen dieses Moduls werden anwendungsorientierte Kurzvorhaben mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten gefördert. Gefördert werden Einzelvorhaben von Unternehmen oder Verbundvorhaben unter industrieller Führung mit bis zu drei Partnern. Im Rahmen von Verbundvorhaben können auch akademische Partner eingebunden werden. Die Fördersumme beträgt pro Partner bis zu 90.000 Euro (inklusive Projektpauschale).
Thematische Schwerpunkte der geförderten FuE-Vorhaben können sein:
- Herstellung biobasierter Plattformchemikalien (Terpene, Alkohole, Ketone, Säuren usw.)
- biotechnologische Herstellung von Feinchemikalien (z.B. Building Blocks für Pharmazeutika, Agrochemikalien oder Zusatzstoffe für die Kunststoffindustrie)
- biotechnologische Produktion von Schmierstoffen, Klebern oder Beschichtungen
- mikrobielle oder enzymatische Produktion von Proteinen für Lebens- oder Futtermittel
- biotechnologische Herstellung funktionaler Proteine und Peptide für technische Anwendungen
Die Arbeiten sind so zu planen, dass zum Ende des Vorhabens eine erste Beurteilung der wissenschaftlich-technischen Machbarkeit sowie der Wirtschaftlichkeit möglich ist. Ansätze mit guten wirtschaftlichen Chancen können eine Anschlussförderung erhalten.
Modul 2: Entwicklung des Netzwerkes deutscher Forschungs- und Technologieinfrastrukturen – Vorbereitung der Teilnahme an IBISBA-ERIC
Im Rahmen dieses Moduls wird die Teilnahme deutscher Forschungseinrichtungen am geplanten Konsortium europäischer Forschungsinfrastrukturen IBISBA‑ERIC (Infrastructure for Biotechnology Services for Biomanufacturing – European Research Infrastructure Consortium)2 vorbereitet und gefördert.
Gefördert wird ein Verbundprojekt mehrerer Partner, das den Aufbau eines deutschen Netzwerks von Forschungseinrichtungen (National Node) vorantreibt. Dieses Netzwerk soll ab 2027 aktiv an IBISBA‑ERIC mitwirken. Die geförderten Verbundpartner sollten sich auch über den Förderzeitraum hinaus am IBISBA-ERIC beteiligen. Die Projektlaufzeit des Verbundprojekts beträgt bis zu 18 Monate.
Das Verbundvorhaben soll insbesondere folgende Themenbereiche abdecken:
- Weiterentwicklung des Netzwerks deutscher Forschungs‑ und Technologieinfrastrukturen im Bereich industrielle Biotechnologie
- Analyse und Mapping der bestehenden Technologien und Expertise in Deutschland
- Erstellung eines Katalogs priorisierter Forschungsdienstleistungen deutscher Einrichtungen, die im Rahmen von IBISBA‑ERIC angeboten werden sollen
- Entwicklung einer effizienten Governance‑Struktur für das National Node in Deutschland
- Weiterentwicklung des Konzepts für das Industrial Liaison Center (ILC) und Vernetzung mit dafür relevanten europäischen Akteuren
- Definition klarer Meilensteine, Performance‑Indikatoren und Erhebungsmethoden, die eine Bewertung des Outcomes von IBISBA‑ERIC im operativen Geschäft ab 2027 ermöglichen
- Ausarbeitung erster Ansätze für ein langfristiges Finanzierungskonzept zur Sicherstellung der deutschen Beteiligung an IBISBA‑ERIC
Die Zuwendungssumme ist pro Partner auf jeweils 90.000 Euro (inklusive Projektpauschale) begrenzt.