Whitepaper beleuchtet Herausforderungen und Chancen für nachhaltige Kunststoffe in der Medizintechnik
München/Erlangen – Ein neues Whitepaper, veröffentlicht von den Bayrischen Clustern Industrielle Biotechnologie (IBB Netzwerk GmbH) und Medizintechnik, repräsentiert durch Bayern Innovativ GmbH und Medical Valley EMN e.V., untersucht die Herausforderungen und Chancen, die mit der Nutzung nachhaltiger Kunststoffe in der Medizintechnik einhergehen.
Die Veröffentlichung ist das Ergebnis des Cross-Cluster-Projekts „Nachhaltige Kunststoffe für die Medizintechnik (SuPlaMed)“, unterstützt durch die Bayrische Cluster Initiative.
Medizintechnik ist stark abhängig von Hochleistungskunststoffen aufgrund hoher Anforderungen an die Sicherheit und Hygiene. Gleichzeitig steht der Sektor unter steigendem Druck, Umwelteinflüsse zu reduzieren und Ressourceneffizienz zu steigern. Krankenhäuser in Deutschland generieren jährlich um die 4,8 Millionen Tonnen Abfall, von denen etwa 25 % auf Kunststoffe entfällt.
Umfrage im Medizintechnik-Ökosystem
Das Whitepaper basiert auf einer Umfrage unter Mitgliedern der teilnehmenden Cluster sowie im gesamten Medizintechnik-Ökosystem, einschließlich Firmen, Forschungsinstituten und anderen Interessengruppen, die an Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Nutzung medizinischer Materialien und Geräte beteiligt sind.
Die Ergebnisse zeigen ein wachsendes Interesse an nachhaltigen Lösungen innerhalb des Sektors:
- 58 % der befragten Hersteller planen nachhaltige Lösungen
- 25 % haben bereits begonnen, diese umzusetzen
Unter den möglichen Herangehensweisen wurden biobasierte Kunststoffe als eine der vielversprechendsten Optionen identifiziert, um die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu reduzieren.
Hindernisse bleiben erheblich
Trotz dieses steigenden Interesses beleuchtet die Umfrage auch verschiedene Hürden, die derzeit die breitere Anwendung nachhaltiger Materialien verhindern.
Zu den am häufigsten genannten Hürden gehören die höheren Materialkosten, Umstellungskosten für Hersteller, eingeschränkte Recycling-Infrastruktur und regulatorische Unsicherheiten. Zusätzlich müssen alternative Materialien strenge Auflagen erfüllen wie die Sterilisierbarkeit, Biokompatibilität und Langzeitstabilität.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit für stärkere Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette der Medizintechnik, von der Materialentwicklung über die Geräteherstellung bis hin zur klinischen Anwendung.
Laden Sie das Whitepaper herunter: “Biokunststoffe in der Medizintechnik – Ein Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit von Lieferketten”