Mitteldeutsches Algenzentrum stärkt internationalen Forschungsstandort Köthen
Das Gesamtinvestitionsvolumen umfasst 20,5 Millionen Euro für Baukosten sowie 11,5 Millionen Euro für Geräteinvestitionen. Mit dem MAZ wird erstmals die gesamte Prozesskette der Algenbiotechnologie im technischen Maßstab an einem Standort abgebildet. Unterschiedliche Technologien ermöglichen dabei passgenaue Lösungen für verschiedene Algenstämme, Wertstoffe und industrielle Anwendungen.
„Mit dem Mitteldeutschen Algenzentrum bauen wir unsere Spitzenposition in der Mikroalgentechnologie konsequent weiter aus und stärken zugleich unsere Sichtbarkeit auf nationaler und internationaler Ebene. Besonders wichtig ist, dass wir hier aktiv an der Entwicklung alternativer Rohstoffe für die Zukunft mitwirken können. Als Hochschule sind wir damit ein wichtiger Partner für Unternehmen, mit denen wir Wissen teilen, Technologien entwickeln und Innovationen in die Praxis überführen“, sagt Professor Jörg Bagdahn, Präsident der Hochschule Anhalt.
Wirtschaftlicher Nutzen für die Region
Mikroalgen wandeln CO2 mithilfe von Sonnenlicht und Wasser schnell in wirtschaftlich nutzbare Biomasse um. Von Lebensmitteln über Medikamente bis zu Ölen und nachhaltigen Biomaterialien – Algen sind vielseitige Multitalente der Bioökonomie. Zahlreiche Firmen, darunter auch in Mitteldeutschland haben in den letzten Jahren die wirtschaftliche Umsetzung gestartet. Laut aktuellen Analysen wird der Markt in den nächsten 5 bis 7 Jahren auf ein Volumen zwischen 5,6 und 9,0 Mrd. USD pro Jahr wachsen.
Das MAZ stärkt Sachsen-Anhalt als Zentrum der Algenbiotechnologie und eröffnet neue Wertschöpfungsketten für Agrar‑, Lebensmittel‑, Kosmetik‑, Pharma- und Chemieunternehmen. Durch Kooperationen, Technologietransfer und Ausgründungen entstehen hochwertige Arbeitsplätze und neue Impulse für die regionale und überregionale Bioökonomie.
Was ist neu im Mitteldeutschen Algenzentrum?
Das MAZ bündelt Forschung, anwendungsnahe Entwicklung und Pilotproduktion an einem Standort. Die moderne Infrastruktur umfasst Labore, Algentechnika, optimierte Algenstämme, zertifizierte Analytik sowie Produktentwicklung. Ziel ist es, Forschung und Industrie noch enger zu vernetzen und die Umsetzung marktfähiger Mikroalgenprodukte deutlich zu beschleunigen.
Wissenschaftsminister Professor Armin Willingmann betont: Der geplante Neubau des Mitteldeutschen Algenzentrums stärkt den Innovationsstandort Sachsen-Anhalt. Das Projekt schafft moderne Infrastruktur für Forschung und die Kooperation mit Unternehmen, fördert interdisziplinäre Zusammenarbeit und ermöglicht die Erprobung neuer Verfahren unter realen Bedingungen. Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zu Ernährungssicherheit, Bioökonomie und nachhaltiger Ressourcennutzung. Gleichzeitig stärkt es die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule Anhalt und erhöht die Attraktivität des Standorts in den Bereichen Agrar- und Lebensmitteltechnologien sowie Algenbiotechnologie für Studierende, Forschende und innovative Unternehmen. Wir wissen um die große Bedeutung von Spitzenforschung für die Entwicklung unseres Landes. Deshalb investieren wir auch weiter konsequent in unsere Wissenschaftsinfrastruktur.
Mit dem Mitteldeutschen Algenzentrum positioniert sich Sachsen-Anhalt als weltweit sichtbare Leitregion der Algenbiotechnologie und als Impulsgeber für eine nachhaltige Wirtschaft jenseits von Erdöl und Kohle.