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19.06.2019

Nachhaltige Zukunft aktiv gestalten

Rat verabschiedet sich mit einem Handlungsappell an die Politik

Der Rat appelliert an die deutsche Regierung, sich noch stärker als bisher für den Wandel zu einer nachhaltigen und biobasierten Wirtschaft einzusetzen.

Der Bioökonomierat der Bundesregierung zieht eine positive Bilanz seiner siebenjährigen Amtszeit. Zahlreiche Forschungsvorhaben und gesellschaftliche Netzwerke sind in den vergangenen Jahren in Deutschland und vielen anderen Ländern entstanden. In der Politik ist das Thema stärker in der Innovations- und Nachhaltigkeitspolitik verankert als vor 2012. Das ist jedoch nur ein Teilerfolg. „Nun müssen diese Fortschritte in der Gesellschaft und Wirtschaft, insbesondere der Industrie, umgesetzt werden.“, sagt Ratsvorsitzende Prof. Dr. Christine Lang.

Der Rat appelliert an die deutsche Politik, sich noch stärker als bisher für die Entwicklung einer nachhaltigen und biobasierten Wirtschaft einzusetzen. Besonderen politischen Handlungsdruck sieht der Rat in vier Bereichen:

  1. Nachhaltige Konsum- und Investitionsentscheidungen durch geeignete Rahmenbedingungen und Anreize fördern, damit sich Unternehmen mit biobasierten Innovationen in Deutschland etablieren können.
  2. Politik kohärent gestalten, um die Bioökonomie effektiv und effizient voranzubringen. Die neue Strategie zur Bioökonomie sollte ressortübergreifend koordiniert und umgesetzt werden. Als Vorbild könnte die Steuerung der Hightech-Strategie dienen.
  3. Die Bioökonomie kann wesentlich zur globalen Ernährungssicherung, zum Klima-, Arten- und Umweltschutz sowie zu einer höheren Lebensqualität beitragen. Es gilt, diese Beiträge hervorzuheben und sie intensiver als bisher in die nationalen Agenden zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit einzubinden.
  4. Verantwortung übernehmen und Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft dafür gewinnen, den Wandel gemeinsam zu gestalten. Konkret braucht es für den Wandel a) einen Umsetzungsplan für die neue Strategie, b) eine Plattform, welche die wichtigsten Bioökonomie-Akteure und -Maßnahmen in Deutschland miteinander vernetzt, c) ein neues wissenschaftliches Beratungsgremium aus unabhängigen Experten, d) ein Dachkonzept für den gesellschaftlichen Dialog und die Teilhabe der Bevölkerung.

„Die jüngste Hiobsbotschaft zum globalen Artensterben hat einmal mehr gezeigt: Wir müssen jetzt gegensteuern und weltweit unser Konsum- und Produktionsverhalten in Einklang mit der Natur bringen. Die Bioökonomie bietet hierfür wichtige Ansätze und Lösungen“, betont Prof. Dr. Joachim von Braun, Vorsitzender des Rates.

Quelle: Bioökonomierat, Pressemitteilung, 19.06.2019

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