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14.05.2019

Provadis Hochschule fördert Start-ups zum Klimaschutz

Mehr als 80 europäische Start-ups aus dem Cleantech-Bereich nahmen teil an Netzwerkveranstaltung am Industriepark Höchst 

In puncto Klimaschutz und Energiewende müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen. Vielversprechende „grüne“ Geschäftsideen sind gefragt, um den notwendigen Wandel voranzutreiben. Erklärtes Ziel des Zentrums für Nachhaltigkeit (ZIN) der Provadis Hochschule am Industriepark Höchst ist es, Cleantech-Start-ups zu unterstützen und sie dadurch als „Gestalter des Wandels“ zu qualifizieren. Mehr als 80 Start-ups nahmen am diesjährigen vom ZIN veranstalteten zweitägigen internationalen Bootcamp teil. Ziel der hochkarätigen Netzwerk- und Fachveranstaltung mit Workshops und Impulsvorträgen war es, den jungen Gründern die Gelegenheit zu geben, an ihren nachhaltigen Geschäftsmodellen zu arbeiten und sich mit traditionellen Industrieakteuren auszutauschen. Die Start-ups kommen mit innovativen, umweltfreundlichen Geschäftsideen aus den Bereichen Technologie und Software mit Fokus auf Klima, Energie, Ressourcen, Mobilität und Wasser.

Förderung von nachhaltigen Innovationen

Seit 2015 bietet das ZIN am Industriepark Höchst Start-up-Programme an, die dazu beitragen, dass erfolgreiche Geschäftsideen für den Klimaschutz genutzt und weiterentwickelt werden können. Eine der Aktivitäten des ZIN ist ein mehrstufiges Förder-Programm, das von Climate-KIC (Knowledge & Innovation Community) finanziert wird. Diese europäische Institution, die zum European Institute of Medieninformation Seite 2 Innovation & Technology (EIT) gehört, verfolgt das Ziel, nachhaltige Lösungen zur Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad zu fördern. Das AcceleratorProgramm soll die Entwicklung dieser Lösungen „beschleunigen“. Im Rahmen dieser Förderung müssen die Start-ups in kurzer Zeit ein nachhaltiges Geschäftsmodell entwickeln, um ihre Lösungen zu skalieren. Für die Durchführung des Climate-KIC Accelerator-Programms hat das ZIN in diesem Jahr erstmals Partner in zwölf europäischen Ländern. Bestandteil des Programms ist das internationale Bootcamp.

Erfolgreiche Absolventen

In den vergangenen Jahren sind aus den Programmen des ZIN und durch die persönliche Begleitung der Coaches einige sehr erfolgreiche Start-ups hervorgegangen, die verschiedene Auszeichnungen und Preise gewonnen haben. Das Start-up envelio aus Köln hilft mit der Software „Intelligent Grid Platform“ Netzbetreibern, grünen Strom effizienter ins Stromnetz einspeisen zu können. Mit dem „Solartainer“ der African GreenTech AG können in Afrika Dieselgeneratoren in Gebieten ohne Zugang zu einem zentralen Stromverteilernetz ersetzt werden. BioMyc, ein weiteres Start-up aus dem Programm des ZIN, entwickelt aus einem biologisch abbaubaren Material Kunststoffschaum für leichte Verpackungen – eine ernstzunehmende Alternative zu Styropor, bei dessen Produktion schädliche Fluorkohlenwasserstoffe freigesetzt werden.

Praxisorientierte Workshops und wertvolle Kontakte

Während der Veranstaltung an der Provadis Hochschule konnten die Teilnehmenden nicht nur von der Fachexpertise der Referenten zu nachhaltigen Geschäftsmodellen, Markenbildung oder Finanzierung profitieren, sondern sich gegenseitig vernetzen und Kontakte zu Vertretern der ansässigen Unternehmen an einem der größten Chemie- und Pharmastandorte Europas knüpfen. „Für mich sind nicht nur die Schulungen sehr wertvoll, sondern insbesondere das Netzwerk“, sagt Mari-Ann Meigo Fonseca vom Start-up Gelatex aus Estland. Aus Zypern war Scott Waite von H2 Energy Systems angereist. Auch seine Bilanz fällt sehr positiv aus: „Es war sehr aufschlussreich, anhand von Praxisbeispielen zu erfahren, nach welchen Kriterien Start-ups bewertet werden.“

Aus einem Pool von etwa 400 Bewerbern wurden die Teilnehmenden des Bootcamps über Live-Pitches von regionalen Partnern des Climate-KIC in zwölf europäischen Ländern, unter ihnen diesmal erstmals auch Vertreter aus Griechenland, Kroatien und Litauen, ausgewählt. Jeder regionale Partner übernimmt in dem Förderprogramm eine Coachingfunktion. Die ProvadisHochschule hat das Gesamtprogramm entwickelt und ist für die Koordination und Durchführung auf europäischer Ebene verantwortlich.

„Wir freuen uns über den steigenden Zuspruch des Programms. Erstmalig konnten wir über 80 internationale Start-ups bei uns am Industriepark Höchst begrüßen“, sagt Prof. Dr. Hannes Utikal, Leiter Zentrum für Industrie und Nachhaltigkeit (ZIN) der Provadis Hochschule. „In dem Programm ist es uns wichtig, gemeinsam mit den Start-ups nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln, die ökonomische, ökologische und soziale Ziele in Einklang bringen. Und auch die Vernetzung mit den Akteuren in der Industrie ist von Bedeutung. Ein zentraler Aspekt für uns ist es, auch Innovationsimpulse aus Europa an den Industriepark Höchst zu bringen.“

Individuelle und intensive Unterstützung

Das ZIN der Provadis Hochschule führt innovative Forschungs- und Bildungsprojekte durch, die praxisorientierte Lösungen für eine nachhaltige Industrie bieten. Es unterstützt Start-ups und Unternehmen, qualifiziert Studenten und Praktiker im Bereich der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) und arbeitet an innovativen Lösungen der Kreislaufwirtschaft. Das ZIN ist interdisziplinär ausgerichtet und setzt auf enge Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand. Zurzeit werden 85 Cleantech-Start-ups aus 13 Ländern unmittelbar von der Provadis Hochschule oder durch die Programm-Partner intensiv betreut.

Unterschiedliche Entwicklung in Europa

Bei der Entwicklung der Cleantech-Start-up-Szene spielen die Fragen nach der Finanzierung und Zahlungsbereitschaft von Investoren sowie nach der Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Aspekten in den verschiedenen Ländern eine große Rolle. Insgesamt gibt es europaweit mittlerweile unterschiedliche Entwicklungen. Während in einigen Ländern die Start-up-Szene schon erfolgreich etabliert ist, stehen andere Länder erst am Anfang und bauen langsam erst ein Gründer-Ökosystem auf. Durch den gegenseitigen Austausch können die europäischen Teilnehmenden viel voneinander lernen.

Quelle: provadis GmbH, Medieninformation, 14.05.2019

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80 Cleantech-Start-ups nahmen am Internationalen Bootcamp der Provadis

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