Nachricht

26.03.2019

„Holz ist unerlässlich für die Wärmewende“

Roland Weigert, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi), hat am Montag (25.03.2019) einen kommunalen Vorzeigebetrieb in Niederbayern besucht. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wärmewende mit Holz“ des bayernweiten Beraternetzwerks LandSchafftEnergie besichtigte er das Biomasseheizwerk in Niederaichbach, das von der BürgerEnergie Essenbach eG im September 2018 in Betrieb genommen wurde.

Weigert bezeichnete die Energiewende als das zentrale Thema für die Zukunft Bayerns. Gelingen könne diese nur, wenn man „weg von fossilen Brennstoffen hin zu mehr Nachhaltigkeit“ komme. Die Energiewende werde nur dann erfolgreich sein, wenn man neben der Stromwende immer auch die Wärmewende im Blick habe, betonte der Staatssekretär. „Der Energieträger Holz ist unerlässlich für eine erfolgreiche Wärmewende“, appellierte er an die 55 geladenen Gäste in Niederaichbach. Weigert bezeichnete Holz zudem als einen der wichtigsten Nachwachsenden Rohstoffe in Bayern. Man müsse alles dafür tun, um die „zukunftsweisende Technologie“ noch stärker zu nutzen, weshalb das StMWi das Förderprogramm BioKlima aufgelegt hat. In diesem Zusammenhang nannte er die geringen Emissionen, die hohen Wirkungsgrade sowie die gute Bedienungsfreundlichkeit von Biomasseheizungen.

Zum Thema Heizen mit Holz fanden im Winterhalbjahr 2018/2019 bayernweit mehr als 30 Veranstaltungen statt, die die 44 Mitarbeiter des Projekts LandSchafftEnergie in allen Regierungsbezirken durchgeführt haben. Ziel der Informationsveranstaltungen ist, über die effiziente energetische Nutzung von Holz zu informieren. Themen sind unter anderem moderne Verbrennungstechniken oder Fördermöglichkeiten für Holzheizungen und Heizwerke. Die Veranstaltungsreihe fand in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt. Das Projekt LandSchafftEnergie gibt es seit 2012, es wird sowohl vom bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie als auch vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finanziert.

Das Biomasseheizwerk und das Nahwärmenetz in Niederaichbach wurden vom StMWi im Rahmen des Förderprogramms BioKlima mit rund 100.000 Euro gefördert. Die Förderung haben die Experten des Förderzentrums Biomasse am Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing abgewickelt (Beratung unter 09421/300-214 oder foerderung@tfz.bayern.de).

In Niederaichbach sahen die Teilnehmer, wie die Wärmewende auf kommunaler Ebene gestaltet werden kann. Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Hackschnitzel-Heizanlage und das Hackschnitzellager im Beisein von Staatssekretär Roland Weigert und Josef Klaus, Erster Bürgermeister der Gemeinde Niederaichbach, besichtigt. Weigert lobte den „aktiven Beitrag zur Energiewende“ der Gemeinde. Das kompakte Wärmenetz mit kurzen Entfernungen zwischen dem Wärmeerzeuger und den Wärmeverbrauchern bietet gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb.

Martin Bruckner und Martin Hujber von der BürgerEnergie Essenbach eG, die das Biomasseheizwerk betreiben, erläuterten die technischen Details. Die Anlage hat eine Nennwärmeleistung von 350 Kilowatt und deckt einen Jahresenergiebedarf von rund 1.200 Megawattstunden. Über ein Nahwärmenetz von knapp 600 Metern versorgt die Biomasseheizung mehrere Schulgebäude, den Kindergarten, ein Altenheim und vier Wohnhäuser mit Wärme. Da diese Gebäude zuvor mit fossilen Energieträgern beheizt wurden, lassen sich jährlich rund 370 Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Das Biomasseheizwerk verfügt über einen Pufferspeicher mit einem Inhalt von 20.000 Litern. Die Holzhackschnitzel stammen aus der Region und werden von einem örtlichen Unternehmen geliefert. An der Südfassade sowie auf dem Dach der Anlage befinden sich Solarmodule, die einen wesentlichen Anteil des Strombedarfs decken. Die Projektkosten betrugen insgesamt rund eine Million Euro.

Quelle: Technologie- und Förderzentrum (TFZ), Pressemitteilung, 26.03.2019

zurück

Freuten sich über die gelungene Veranstaltung „Wärmewende mit Holz“ in Niederaichbach (v. l.): Martin Bruckner (BürgerEnergie Essenbach eG), Ludwig Huber, (Waldbesitzervereinigung Landshut), Martin Hujber (BürgerEnergie Essenbach eG), Christian Schober (JS Schober), Florian Oßner (MdB), Emanuel Schlosser (Leiter des Förderzentrums Biomasse am TFZ), Josef Klaus (Erster Bürgermeister der Gemeinde Niederaichbach), Ruth Müller (MdL), Roland Weigert (Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie), Rainer Haselbeck (Regierungspräsident von Niederbayern), Peter Dreier (Landrat Landkreis Landshut) und Dr. Bernhard Widmann (Leiter des TFZ)