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26.03.2019

Biobasierte Wirtschaft als Schlüssel zum Klimaschutz

Internationale Experten stellten Lösungswege vor

„60 Prozent unseres Ökosystems sind bereits geschädigt oder werden auf nicht nachhaltige Weise genutzt. Um diesem Trend entgegen zu wirken, müssen Ressourcen effizienter genutzt und die Kreislaufwirtschaft effektiver gestaltet werden", so beschrieb Anders Wijkman, Ehrenpräsident des Club of Rome, die Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten unserer Wirtschaft auf dem diesjährigen Kongress „ECO-Innovations from biomass“ in Papenburg. Die Nutzung biobasierter Materialien stelle einen Teil der erforderlichen Veränderungen dar. Sie führe zu einem geringeren Verbrauch fossiler Quellen und zur effizienteren Nutzung von Rohstoffen. Wijkman forderte außerdem die Politik auf, Umweltaspekte unter anderem durch Steuerreformen stärker zu berücksichtigen.

Durch Innovationen die Zukunft gestalten, war das Ziel und die Botschaft der internationalen Fachtagung, die als Strategietreff der Bioökonomie am 20. und 21. März rund 240 Teilnehmer versammelte. „Mit sechzig Gastreferenten aus neun Nationen hat sich diese herausragende Netzwerkveranstaltung zu einem etablierten Experten- und Strategietreffen der Bioökonomie entwickelt“, begrüßte Landrat Reinhard Winter die Tagungsteilnehmer. „Grüne Chemie für eine saubere Zukunft ist ein Thema, das keinen Halt macht vor Landesgrenzen“, betonte Henk Staghouwer als Vertreter der Provinz Groningen die Notwendigkeit zu grenzüberschreitendem Handlungsbedarf.

Magnus Buhlert vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz stellte heraus, dass die Energiewende auch Verkehrswende bedeute. Die Offenheit gegenüber innovativen Techniken sei die Voraussetzung dafür, die Mobilität klimaschonender gestalten zu können, so Buhlert. Andre Faaij, Professor der Universität Groningen, belegte anhand verschiedener Szenarien, dass Biomasse einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten kann. Dabei hob er die Notwendigkeit einer effizienten, nachhaltig wirtschaftenden Landwirtschaft in Verbindung mit einer biobasierten Wirtschaft als zukunftsweisend hervor.

26.000.000.000 Schuhe jährlich

Im „Markt der Ideen“ präsentierten verschiedene Akteure innovative Produkte und Konzepte. So stellte Professorin Ellen Bendt von der Hochschule Niederrhein unter anderem ein nachhaltiges, smartes und modulares Schuhkonzept vor. Der obere Teil des Schuhes ist gestrickt, während die Sohle im 3D-Druckverfahren entsteht. Die Motivation hinter dieser Idee ist die jährlich produzierte Menge von 26 Mrd. Schuhen, die aufgrund ihrer heterogenen Materialeigenschaften bisher nicht in den Recyclingkreislauf eingehen, nachhaltiger zu gestalten.

Die weiteren Themenschwerpunkte der Tagung beschäftigten sich mit der Nutzung von Nebenprodukten und Reststoffen, neuen Materialien und nachhaltigen „Grünen Produkten“. Mehr als 40 Aussteller demonstrierten auf eindrucksvolle Weise innovative Verfahren und Produktbeispiele. In einer weiteren Sektion standen Beiträge zu klimaschonenden Landnutzungskonzepten im Vordergrund.

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie die Ems Dollart Region unterstützten die Fachkonferenz, die vom 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V. bereits zum sechsten Mal organisiert und erfolgreich durchgeführt wurde. Gefördert wurde der Kongress von der Europäischen Union aus dem INTERREG-Programm.

Quelle: 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe e.V, Pressemitteilung, 26.03.2019

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