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24.12.2018

ERA-Net BlueBio: Call zur Blue Bioeconomy veröffentlicht

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) engagieren sich gemeinsam im „European Research Area-Net Cofund on Blue Bioeconomy – Unlocking the Potential of Aquatic Bioresources“ (ERA-NET BlueBio). Der aktuelle Call ist noch geöffnet bis 17. März 2019.

Das ERA-NET BlueBio wird von der Europäischen Kommission unter dem 8. Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 gefördert. Es steht im thematischen Kontext der ERA-NETs Cooperation in Fisheries, Aquaculture and Seafood Processing (ERA-NET COFASP) und Marine Biotechnology (ERA MBT) sowie der Joint Programming Initiative Healthy and Productive Seas and Oceans (JPI Oceans).

Die Partner des ERA-NET BlueBio streben die Entwicklung einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Blue Bioeconomy in Europa an. Neues biologisches und biotechnologisches Wissen soll für existierende als auch künftige Wertschöpfungsketten der Blue Bioeconomy generiert werden. Der Transfer biobasierter Produkte und Dienstleistungen aus Forschung, Innovation und Demonstration in einen industriellen Produktionsmaßstab soll verbessert werden. Insbesondere sollen auch Lösungen zur Ernährungssicherung und zur Produktion von gesunden und sicheren Lebensmitteln aus aquatischen Ressourcen entwickelt werden. Diese Ziele sollen mithilfe der Förderung interdisziplinärer transnationaler Verbundforschungsvorhaben erreicht werden.

Gegenstand der Förderung

Für die Entwicklung der Blue Bioeconomy in Europa sind die Erforschung biologischer Grundlagen aquatischer Lebewesen aus süß- und salzhaltigen Gewässern als auch die Entwicklung und Anwendung neuer biotechnologischer und konvergierender Methoden von großer Bedeutung. Die Partner des ERA-NET BlueBio verfolgen das Ziel, die Erschließung biotechnologischer Potenziale und Chancen auch von bisher unentdeckten biologischen Ressourcen aus süß- und salzwasserhaltigen Gewässern sowie die nachhaltigen Nutzungs- und Verwertungsmöglichkeiten aquatischer ­Biomasse entlang der gesamten Wertschöpfungskette voranzutreiben. Dies inkludiert die biotechnologische Kultivierung verschiedener aquatischer Zuchtbestände. Die aquatische Biomasse soll dabei als Rohstoff für nachhaltige, industrielle Prozesse nutzbar gemacht werden und der Konzeption, Herstellung und Produktion neuartiger, hochwertigerer Produkte einer Bioökonomie dienen. Aquatische Biomasse kann sowohl als Wildfang oder aber in Salz- bzw. Süßgewässern, off-shore oder an Land gewonnen werden. Dabei anfallende Abfall- und Restströme sollen mithilfe neuer alternativer Nutzungswege im Sinne einer Kreislaufwirtschaft verwertet und nutzbar gemacht werden.

Eingehende Projektskizzen zu geplanten Forschungsvorhaben müssen über einen interdisziplinären, transnationalen Charakter verfügen und inhaltlich die nachfolgend genannten prioritären Themenbereiche adressieren:

Themenbereich „Neue Ressourcen erforschen“

In diesem Themenbereich angesiedelte Projektskizzen könnten beispielhaft die:

  • Entwicklung innovativer Verwendungen von Abfällen und nicht ausreichend genutztem Material aus Fischerei und Aquakultur erforschen, um eine Abfallvermeidung und neuartige Wertschöpfung zu erreichen;
  • Entwicklung aquatischer Biomasse, wie z. B. Algen und marine Wirbellose, zur Wertschöpfung in nachhaltigen Wertschöpfungsketten und Bioraffinerieprozessen adressieren;
  • Erschließung des Potenzials von Mikrobiomen zur Unterstützung des Wachstums in Aquakultur, Fischerei, Lebensmittelverarbeitung und Biotechnologie thematisieren;
  • Schaffung prädiktiver Instrumente zur Verbesserung der Identifizierung und Ausrichtung von Hot Spots der biologischen Vielfalt in den Ozeanen, z. B. durch den Einsatz von Omics-basierten Technologien, zum Ziel haben;
  • Einführung neuer Arten zur Verbesserung der Aquakultur und Fischerei erforschen.

Themenbereich Verbesserung der Produktion von Fisch, Aquakulturen, Biomasse

Projektskizzen in diesem Themenfeld könnten sich der Anwendung einer Kombination von Methoden, Prozessen, Technologien und Ressourcen als Teil einer fortgeschrittenen Biotechnologie bedienen, um innovative Futtermittel zu schaffen, die Brutbestände von aquatischen Organismen zu verbessern, die allgemeine Biosicherheit zu verbessern als auch korrespondierende Bestandsgrundlagen zu definieren und vorhandene Bestände zu bewerten.

Projektskizzen in diesem Themenfeld könnten die:

  • Schaffung von Synergien zwischen Aquakultur und Fischerei vorantreiben;
  • Erkundung von Synergien mit landgestützter Produktion in Bereichen wie der Lebens- und Futtermittelproduktion und -verarbeitung, Bioraffination, Bioenergie, Biomaterialien, Kosmetik, Nutraceuticals, Chemikalien und Nährstoffen oder Maximierung der Nutzung aquatischer Bioressourcen in terrestrischen Wertschöpfungsketten zum Ziel haben.

2.4 Informations- und kommunikationstechnologiegestützte Biotechnologie

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) erleichtern den Informations- und Wissensaustausch mittels schneller elektronischer Verarbeitung/Weiterleitung von Daten. Daraus folgt, dass eine Verbindung von Biotechnologie und IKT, etwa mithilfe des Internets der Dinge, künstlicher Intelligenz und Big Data, Entwicklungen in Forschung und Innovation stimulieren kann. Der synergistische Einsatz von Biotechnologie und IKT entlang der Wertschöpfungskette, von der Ressourcenerfassung, der Erzeugung bzw. dem Fang von Biomasse über die weiterführende Verarbeitung zu Lebensmitteln, könnte intelligente, effiziente und zurückverfolgbare Lebensmittelsysteme fördern. Hierzu könnte auch die Einbeziehung von Trends und Prognosen betreffs künftige Nachfrage und verfügbarer Angebote an aquatischer Biomasse beitragen.

Projektskizzen in diesem Themenfeld könnten beispielsweise die:

  • Anwendung von Biotechnologie und IKT zur Entwicklung intelligenter, effizienter und zurückverfolgbarer aquatischer Nahrungsmittelsysteme adressieren;
  • Anwendung der neuesten Entwicklungen in der IKT (IoT, Maschinelles Lernen, Big Data) auf die Blue Bioeconomy umfassen.

Weitere Details zur thematischen Ausgestaltung förderfähiger Projektskizzen sind den BlueBio-Call-Dokumenten unter http://www.submission-bluebio.eu zu entnehmen oder beim Projektträger zu erfragen.

Details zu ERA-Net BlueBio

An der transnationalen Ausschreibung beteiligen sich Förderorganisationen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Malta, Norwegen, Portugal, Rumänien, Schweden und Spanien. Gefördert werden sollen FuE-Vorhaben, die im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens ausgewählt werden.

Alle eingereichten Projektskizzen müssen eine Erreichung der Projektziele innerhalb einer Projektlaufzeit von bis zu 36 Monaten erlauben. Ein gemeinsamer Projektstart aller am Projekt beteiligten Partner über die verschiedenen Länder und Förderorganisationen hinweg wird angestrebt. Die Projekte müssen hinsichtlich ihres Arbeits- und Finanzvolumens zwischen den Partnern ausgewogen sein.

Antragsberechtigt sind Hochschulen und außerhochschulische Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF den
Projektträger Jülich (PtJ)
Geschäftsbereich Bioökonomie
Forschungszentrum Jülich GmbH
52425 Jülich
beauftragt.

Ansprechpartnerinnen sind Frau Jella Kandziora, Fachbereich PtJ-BIO 1, Telefon: 02461 61-5663, E-Mail: j.kandziora@fz-juelich.de und Frau Katerina Kotzia, Fachbereich PtJ-BIO 7, Telefon: 02461 61-6185443, E-Mail: k.kotzia@fz-juelich.de.

Einreichfrist ist der 17. März 2019

Quelle: BMBF.de

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