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26.04.2018

Sechs Kandidaten für den Innovationspreis "Bio-based Material of the Year 2018" nominiert

Von Nebenprodukten der Cashewnuss-Produktion und Zellulosefibrillen über eine Dachschindelversiegelung aus Sojaöl bis hin zu innovativen Verbund- und Verpackungsmaterialien.

Zum elften Mal in Folge werden mit der Verleihung des Innovationspreises „Bio-based Material of the Year“, die Leistungen der noch jungen und innovativen Industriezweige für die Entwicklung bio-basierter Chemikalien und Materialien gewürdigt, die mit passenden Anwendungen neue Märkte für ihre Produkte erschließen. Die drei Gewinner werden auf der elften „International Conference on Bio-based Materials“, 15.-16. Mai 2018 in Köln, gewählt (www.bio-based-conference.com). Sechs neue Materialien und Produkte aus sechs verschiedenen Ländern wurden von den Mitgliedern des Beirats aus 13 eingereichten Bewerbungen für den Innovationspreis nominiert. Die drei Preisträger werden von den Konferenzteilnehmern gewählt und während des Galadinners mit einem von der InfraServ GmbH Knappsack gesponserten Preis geehrt.

Die „Top 6“-Kandidaten sind:

  • AIMPLAS (Spanien): Bio-basierte und biologisch abbaubare Netze für grüne Bohnen. Ein Verpackungsmaterial, das zu mehr als 80% bio-basiert und nachhaltiger ist als herkömmliche Polyethylennetze, mit ähnlichen Gewichts- und mechanischen Eigenschaften. Das innovative Produkt ist ein biologisch abbaubares Netz für die Verpackung von grünen Bohnen, welches durch reaktive Extrusion und die Kombination verschiedener biologisch abbaubarer Materialien und Additiven entwickelt wurde. Die chemische Modifikation erfolgte durch die Ergänzung von niedermolekularen Einheiten wie z.B. Fettalkoholen, die durch die Fermentation von Zucker aus pflanzlichen Abfällen (Wassermelone) gewonnen werden. Mehr Informationen: www.aimplas.es
  • Arctic Biomaterials Oy (Finnland): PLA verstärkt mit Glasfasern, die in der Kompostierumgebung zu harmlosen Mineralien erodieren. ArcBioxTM BGF30-B1 ist eine Polymilchsäure (polylactic acid; PLA), die durch die Nutzung einer Langfaser-Technologie (LFT) mit Glasfasern verstärkt wird. Diese Innovation macht es möglich, dass bio-basierte Kunststoffe in technisch anspruchsvollen und langlebigen Anwendungen eingesetzt werden können und trotzdem die Möglichkeit bieten, am Ende der Lebensdauer kompostiert zu werden. Die Verstärkung erfolgt durch eine von Arctic Biomaterials Oy (ABM) entwickelte Glasfaser und kann auch für verschiedene andere bio-basierte Polymere verwendet werden. Dieser bio-basierte Verbundwerkstoff reduziert den CO2-Fußabdruck und die Nutzung nicht-erneuerbarer Energien im Vergleich zu fossilen glasfaserverstärkten Kunststoffen drastisch. Das verstärkte PLA ist kompostierbar und mit dem „Keimling“-Zeichen von DIN CERTCO zertifiziert. Mehr Informationen: www.abmcomposite.com
  • Borregaard (Norwegen): Exilva – die weltweit erste kommerziell erhältliche Zellulosefibrille. Exilva ist ein natürliches und nachhaltig produziertes dreidimensionales Netzwerk von Cellulosefibrillen, das die Rheologie und Stabilität sowie die Struktur in verschiedenen Produktformulierungen verbessert. Dank der flexiblen Aggregate der Fibrille, die eine extrem hohe Oberfläche und Wasserrückhaltefähigkeit schaffen – die ihre Kristallinitätseigenschaften auch nach dem Produktionsprozess beibehalten – erhöht Exilva die Formulierungseffizienz, reduziert den CO2-Fußabdruck und schafft interessante Möglichkeiten für umweltfreundlichere Innovationen. Exilva verbessert auch die Produktstabilität (Anti-Settling), die Trocknungszeit, sowie die Barriereeigenschaften und die Aufnahme von Wirkstoffen. Mehr Informationen: www.exilva.com
  • Cardolite Corporation (Belgien): Blockiermittel auf Cashewnussschalen-Rückständen. NX-2026 ist ein ultrahochreines 3-Pentadeca-Dienylphenol, das kürzlich von Cardolite durch eine verbesserte Prozesstechnologie entwickelt wurde. 3-Pentadeca-Dienylphenol ist die Hauptkomponente des Cashew-Schalenöls, einem erneuerbaren und nicht essbaren Harz, das aus der Fruchtwand der Cashewnuss gewonnen wird. NX-2026 wurde erfolgreich als ungiftiges Isocyanat-(NCO)-Blockiermittel, das als Ersatz für petrochemische Phenole geeignet ist, in den Beschichtungs- und Klebstoffmarkt eingeführt. NCO-Systeme, die mit NX-2026 blockiert sind, bieten eine niedrigere Viskosität und Entblockungstemperatur als vergleichbare Systeme, die mit Phenolen blockiert sind. Darüber hinaus können NX-2026 blockierte NCO-Prepolymere in 2K-Epoxysystemen verwendet werden, um die Haft- und T-Schälfestigkeit zu verbessern und gleichzeitig gute Härtungseigenschaften zu erhalten. Mehr Informationen: www.cardolite.com
  • Rhenoflex GmbH (Deutschland):Rx 35 – mit Reisschalen gefülltes, thermoplastisches Material für leichte handwerkliche Verarbeitung. Rx 35 ist ein biologisch abbaubares und teilweise bio-basiertes thermoplastisches Plattenmaterial mit 35% Reisschalen-Füllstoff. Auf der einen Seite hat Rx 35 eine lederartige Haptik, welche primär im Sichtbereich der fertigen Produkte als Oberfläche eingesetzt wird. Die andere Seite der Platte ist mit einem feinen Gewebe laminiert, welches dem Material eine hohe Festigkeit und Resilienz verleiht. Es ist ungiftig, lösemittelfrei und recycelbar. Seine einzigartigen Eigenschaften erlauben eine einfache handwerkliche Verarbeitung, bei der das Material vorher auf bis zu 90 °C erwärmt wird. Rx 35 findet aktuell hauptsächlich Anwendung in der Bastelszene, für Fashion-Accessoires sowie für die Spielwarenproduktion, Modellbildung, Theateraccessoires und vieles mehr. Die Einzigartigkeit von Rx 35 liegt vor allem in seiner Vielseitigkeit. Mehr Informationen: www.rhenoflex.de
  • Ohio Soybean Council, in Zusammenarbeit mit Roof Revivers (USA): Roof Maxx – Dachmaterialversiegelung auf Sojabohnenbasis. Roof Maxx ist ein bio-basiertes und auf nachwachsenden Rohstoffen basierendes Schindelschutzmittel, das auf asphaltierte Dachbaustoffe aufgesprüht wird, um deren Lebensdauer auf bis zu 15 Jahre zu verlängern. Roof Maxx sättigt getrocknete, gewellte und undichte Schindeln oder modifiziertes Bitumendachmaterial, stellt die ursprüngliche Biegsamkeit und Flexibilität wieder her und verbessert die Haftung des schützenden Mineralgranulats. Roof Maxx ist eine biologisch abbaubare, grüne Chemikalie, die Öl aus Sojabohnen als chemischen Ausgangsstoff verwendet, und enthält keine Lösemittel, flüchtige organische Verbindungen (volatile organic compounds; VOCs) oder toxischen Inhaltsstoffe. Der Sprühnebel ist nicht schädlich für Hausbesitzer, Verarbeiter, Haustiere, Pflanzen, Baumaterialien oder Fahrzeuge. Durch die Verlängerung der Lebensdauer von Dächern reduziert RoofMaxx letztlich die Produktion von Asphaltdächern und Deponieabfällen und verbessert die Umweltbilanz der Dachindustrie. Mehr Informationen: www.roofmaxx.com

Die Bioökonomie-Branche trifft sich in Köln

Das finale Programm der „International Conference on Bio-based Materials“ als eine der größten Konferenzen zu bio-basierten Materialien in Europa ist online verfügbar. Es behandelt wichtige Themen wie Rohstoffe der ersten und zweiten Generation, bio-basierte Chemikalien und Bausteine und Polymere sowie nachhaltige Produktlösungen. Internationale Experten berichten über die neuesten Technologietrends, Marktdaten und Strategien. Mehr als 200 Teilnehmer werden erwartet, über 20 Aussteller haben bereits ihren Stand gebucht. Nur wenige Stände sind noch frei.

Alle Informationen, Anmeldung und das Konferenzprogramm stehen unter www.bio-based-conference.com/programme zur Verfügung.

Das nova-Institut dankt der InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG (Deutschland) für das Sponsoring des renommierten Innovationspreises „Biobasiertes Material des Jahres 2018“.

BASF SE (Deutschland) und UPM Biochemicals (Deutschland) unterstützen die Konferenz als Silber- und Neste SA (Schweiz), FKUR Kunststoff GmbH (Deutschland) und Synvina C. V. (Niederlande) als Bronze-Sponsoren.

Über das nova-Institut

Das nova-Institut wurde 1994 als privates und unabhängiges Forschungsinstitut gegründet und ist im Bereich der Forschung und Beratung tätig. Der Fokus liegt auf der bio-basierten und der CO2-basierten Ökonomie in den Bereichen Nahrungsmittel- und Rohstoffversorgung, technisch-ökonomische Evaluierung, Marktforschung, Nachhaltigkeitsbewertung, Öffentlichkeitsarbeit, B2B-Kommunikation und politischen Rahmenbedingungen. In diesen Bereichen veranstaltet das nova-Institut jedes Jahr mehrere große Konferenzen. Mit einem Team von 30 Mitarbeitern erzielt das nova-Institut einen jährlichen Umsatz von über 2,5 Mio. €.

Quelle: nova-Institut

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Die Kandidaten des Innovationspreises „Bio-based Material of the Year 2018“. Quelle: nova-Institut

Die Kandidaten des Innovationspreises „Bio-based Material of the Year 2018“. Quelle: nova-Institut

Kontakt

Dipl.-Phys. Michael Carus
Geschäftsführer
nova-Institut GmbH
Chemiepark Knapsack
Industriestraße 300
50354 Hürth
Tel: +49 22 33 48 14 40
contact(at)nova-institut.de

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