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11.09.2015

Mikroplastik in marinen Systemen

Vier Forschungsverbünde zur Förderung durch JPI Oceans vorgeschlagen.

Der Einsatz von Kunststoffen in der Industrie ist weit verbreitet. Diese gelangen in erheblichem Umfang direkt oder auch indirekt in die Umwelt. Größere Kunststoffpartikel zerfallen insbesondere durch UV-Strahlung in kleinere Fragmente – Mikroplastik. Die kleinen Partikel erreichen die Meere, wo sie von marinen Organismen mit der Nahrung aufgenommen werden und sich in den Nahrungsketten anreichern. Der Wissensstand über die Herkunft, die räumliche Verteilung in den marinen Systemen oder auch die toxikologischen Wirkungen auf die darin lebenden Organismen und auf die menschliche Gesundheit, muss weiter ausgebaut werden.

Hier setzt die Bekanntmachung „Mikroplastik in marinen Systemen“ der JPI Oceans an, die sich an Forschungsverbünde in den drei Themenfeldern „Validierung und Harmonisierung analytischer Nachweismethoden für Mikroplastikpartikel“, „Identifizierung und Quantifizierung von Mikroplastikpartikeln in marinen Systemen“ und „Untersuchungen toxikologischer Effekte auf marine Organismen“ richtet.

Vier Forschungsverbünde haben sich nun bei der Ausschreibung mit insgesamt 21 Bewerbern durchgesetzt. Die Projekte wurden zunächst einzeln begutachtet und anschließend von einem internationalen Gutachtergremium zur Förderung ausgewählt. Die Vorhaben sollen jeweils am 1. Dezember 2015 bzw. am 1. Januar 2016 starten. An der Ausschreibung beteiligten sich Belgien, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien und Schweden.

Gefördert werden sollen die Verbundprojekte:

  • BASEMAN – Defining the baselines and standards for microplastics analyses in European waters
  • EPEMARE – Ecotoxicological effects of microplastics in marine ecosystems
  • PLASTOX – Direct and indirect ecotoxicological impacts of microplastics on marine organisms
  • WEATHER-MIC – How microplastic weathering changes its transport, fate and toxicity in the marine environment

Die JPI Oceans (Joint Programming Initiative Healthy and Productive Sea and Oceans) bündelt und koordiniert europäische Aktivitäten zum Schutz der Meere und Ozeane. Die beteiligten Länder haben das Ziel, gemeinsame langfristige, strategische Prioritäten für die Meeresforschung und die Technologieentwicklung im marinen Bereich in Europa festzulegen und durch gezielte Maßnahmen gemeinsame Schwerpunkte in der weiteren wissenschaftlich-technischen Entwicklung zu setzen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert im Rahmen von JPI Oceans deutsche Partner aus Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Der Projektträger Jülich (PtJ) setzt die Maßnahme im Auftrag des BMBF um und koordiniert die aktuelle Bekanntmachung zum Thema „Mikroplastik in marinen Systemen“. An den vier ausgewählten Verbünden arbeiten insgesamt zehn deutsche Forschungseinrichtungen mit. Als assoziierte Partner sind zwei weitere deutsche Partner beteiligt.

Quelle: Projektträger Jülich

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