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20.04.2015

evocatal erschließt neue Enzyme aus marinen Mikroorganismen

Das Projekt INMARE, das durch das europäische Programm "Horizon 2020" mit mehr als 6 Millionen Euro gefördert wird, hat zum Ziel, neue Enzyme und Metabolite in zum Teil extremen ozeanischen Habitaten zu identifizieren. Die evocatal (IBB-Netzwerkmitglied) ist als Industriepartner an diesem Projekt beteiligt und ist damit Teil eines internationalen Konsortiums von mehr als 20 Partnern aus zwölf verschiedenen Ländern.

Die Ozeane bilden das wahrscheinlich größte und bislang am wenigsten erschlossene Reservoir an biologischer Vielfalt, wobei Mikroorganismen eine zentrale Rolle spielen. Diese verfügen über ein breites Spektrum an bislang unbekannten Enzymaktivitäten und natürlichen Substanzen, die für industrielle Anwendungen großes Potential bieten. Das Projekt INMARE ("Industrial Applications of Marine Enzymes: Innovative screening and expression platforms to discover and use the functional protein diversity from the sea”) hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere Mikroorganismen aus extremen, marinen Habitaten zu untersuchen und daraus neue Enzyme verfügbar zu machen, die sich unter industriellen Prozessbedingungen einsetzen lassen. Hierzu zählen insbesondere Enzyme mit hoher Temperatur- und Lösungsmittelstabilität, sowie solche, die in einem weiten pH-Bereich Aktivität zeigen.

Das Konsortium setzt sich aus weltweit führenden akademischen Instituten unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Golyshin, Universität Bangor (Wales), und fünf Industriepartnern zusammen. Neben der evocatal sind auch weitere Unternehmen, wie z.B. der weltgrößte Enzymhersteller Novozymes (Dänemark) und die Bayer Technology Services als Partner beteiligt.

„Durch die Beteiligung an „INMARE“ bietet sich uns eine herausragende Möglichkeit, neuartige Enzymkandidaten zu entdecken, die wir durch unsere Optimierungs- und Produktionstechnologien bis hin zur industriellen Anwendung entwickeln können“, so Christian Leggewie, Forschungsleiter der evocatal über die Beteiligung des Unternehmens am Projekt. „Wir können diesen Nutzen direkt an unsere Kunden weitergeben, beispielsweise  ist man im Bereich Consumer Care stetig auf der Suche nach neuen Enzymkandidaten für Wasch- und Reinigungsmittel. Aber auch für neue Lebensmittelzusatzstoffe bieten marine Mikroorganismen ein großes Potenzial".

Die evocatal beteiligt sich beginnend in 2015 an drei weiteren internationalen und nationalen Forschungsprojekten mit dem Ziel, nachhaltige, innovative Lösungen für bestehende Herausforderungen in Industrie und Technik zu entwickeln. Seit 2012 leitet das Unternehmen bereits die Innovationsallianz „FuPol“, in der es unter anderem um die Entwicklung PET-modifizierender Enzyme geht.


Über die evocatal GmbH
Die evocatal GmbH ist ein Unternehmen der industriellen Biotechnologie mit Schwerpunkt auf der Entwicklung und Produktion maßgeschneiderter Biokatalysatoren für den Einsatz in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Das Angebot umfasst Auftragsentwicklungen und die Bereitstellung eigener Enzyme mit dem Ziel, Produktionsprozesse der Kunden nachhaltig und effektiver zu gestalten. Das Kundenspektrum erstreckt sich von der Aroma- und Duftstoff-Industrie über Kosmetik- und Konsumgüter bis hin zu Teilen der Textil- und Baustoffindustrie. Die evocatal GmbH hat ihren Sitz in Monheim am Rhein in Deutschland.

Seit Januar 2015 hat die evocatal GmbH die Mehrheitsanteile des Potsdamer Kohlenhydrat-Spezialisten aevotis übernommen. Die Kernkompetenz der aevotis GmbH liegt in der gezielten enzymatischen Umwandlung von pflanzlichen Rohmaterialien in höherwertige Kohlenhydrat-Produkte, deren Charakterisierung, Aufreinigung und Anwendung. Durch den Firmenverbund wird die Wertschöpfungskette von der Enzymeentwicklung und –produktion bis hin zur Markteinführung neuer und innovativer Kohlenhydrate in verschiedensten Einsatzbereichen von Nahrungsmitteln über Kosmetik bis hin zu industriellen Anwendungen vereinigt.

Quelle: evocatal

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