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02.11.2012

Bayreuther Spinnen in Paris

Exponate des Lehrstuhls Biomaterialien der Universität Bayreuth (IBB-Netzwerkmitglied) sind Teil einer Ausstellung in Paris über Leonardo da Vinci

Im Zentrum der Sonderausstellung „Léonard de Vinci - projets, dessins, machines“ im Pariser Museum Cité des sciences et de l’industrie, das Teil des neuen Pariser Museumsverbundes Universcience ist, stehen Aspekte des Lebens und Schaffens von Leonardo da Vinci. In einem thematisch angelegten Parcour erfahren die Besucher viele Facetten über das große italienische Universalgenie, der Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph zugleich war.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von seiner Ausbildung, den Reisen, den Quellen seiner Inspiration und seine vielfältige Begabungen über die wissenschaftlichen und künstlerischen Projekte, Zeichnungen und Maschinen, die er zum Teil zu seinen Lebzeiten selber gebaut hat. Viele seiner Studien hat Leonardo da Vinci über die Natur gemacht, und etliche Aspekte seines Schaffens, z. B. über das Fliegen, weisen ihn als einen der ersten Bioniker aus, der sich durch das Studium der Natur Anregungen für technische Apparate erarbeitete.

Diesem Schaffen ist der Themenbereich „S’inspirer du vivant“ (Inspiriert durch die Natur) gewidmet, der auch einen Bezug zu aktuellen Projekten der Bionik herstellt. Dabei fiel die Wahl der Kuratoren unter anderem auf Spinnenseide. Gezeigt werden dabei auch Exponate des Lehrstuhls Biomaterialien unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Scheibel. In einer interaktiv gestalteten Vitrine können die Besucher eine madagassische Seidenspinne, Seidenfäden der Europäischen Kreuzspinne, und als biomimetische Übertragung auf eine technische Anwendung, einen Prototyp eines Staubsaugerbeutels bewundern, der mit einem Vlies aus künstlicher Spinnenseide zur verbesserten Feinstaubfilterung ausgerüstet ist. Zur Veranschaulichung der Eigenschaften der Seidenfäden wurde ein dreidimensionales Modell der Spinnenseide entwickelt, mit dem die Struktur-Funktionsbeziehungen im Seidenfaden bis auf molekularer Ebene dargestellt werden.

Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Museo Nazionale della Scienza e della Tecnologia „Leonardo da Vinci“ di Milano und Deutsches Museum München entstanden ist, läuft in Paris noch bis zum 18. August 2013. Anschließend wird sie nach München in das Deutsche Museum verlegt, wo sie ab Oktober 2013 zu sehen sein wird.

Quelle: Universität Bayreuth

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