Politische Unterstützung der Industriellen Biotechnologie in Europa

Eine Bioökonomie für Europa

Mit dem im Februar 2012 veröffentlichten Strategie- und Maßnahmenplan „Innovation für nachhaltiges Wachstum: eine Bioökonomie für Europa“ beschreibt die Europäische Kommission drei Leitgedanken, wie sie die Umstellung der europäischen Wirtschaft auf eine verstärkte und nachhaltigere Nutzung erneuerbarer Ressourcen unterstützen will.

Diese sind:

  • Investitionen in Forschung, Innovationen und Kompetenzen in der Bioökonomie,
  • Entwicklung der Märkte und der Wettbewerbsfähigkeit in Bioökonomiesektoren und
  • Verstärkte politische Koordinierung und Beteiligung der einzelnen Akteure.

COST, ERA-NET, EuroStars & Co.

ERA-NETs haben die Koordinierung nationaler Forschungsförderprogramme zum Ziel. Die Europäische Kommission finanziert aus dem FP7-Budget die Vernetzungs- und Kooperationsaktivitäten der nationalen Fördermittelgeber und –verwalter, wie z. B. Ministerien, Förderorganisationen, Programmverwalter und Projektträger. ERA-NETs sind thematisch fokussiert, z. B. das ERA-NET „Industrielle Biotechnologie“ ERA-IB. Aufrufe zur Projekteinreichung erfolgen in „joint calls“ transnational harmonisiert. Die Fördergelder stammen aus den nationalen Forschungsbudgets.

Das Förderprogramm EuroStars der Forschungsinitiative EUREKA! ist speziell für forschungstreibende KMU konzipiert, die marktnahe Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Kooperation mit anderen KMU und/oder Forschungseinrichtungen durchführen wollen.

Das Rahmenprogramm für Europäische Zusammenarbeit COST führt Forscher und Experten aus verschiedenen Ländern zusammen, die in speziellen thematischen Bereichen (insgesamt neun benannte Fachbereiche) tätig sind. COST finanziert jedoch NICHT die Forschungsmaßnahmen selbst, sondern unterstützt Vernetzungsmaßnahmen wie Tagungen, Konferenzen, Kurzaufenthalte von Wissenschaftlern und Öffentlichkeitsarbeit. Derzeit werden rund 300 wissenschaftliche Netze unterstützt.

Leitmärkte in Europa: Biobasierte Produkte

Die Europäische Kommission stellte in der „Leitmarktinitiative für Europa“ im Jahr 2007 sechs Gruppen von Märkten vor, die das Potenzial haben, sich zu Leitmärkten zu entwickeln, u. a. wurde darunter auch der Leitmarkt „Biobasierte Produkte“ benannt. Für diese Märkte sollen Markteintrittsbarrieren gelockert bzw. fallen gelassen werden, z. B. durch die Schaffung günstiger Rechts- und Regulierungsrahmen, durch die Festlegung von Standards, durch eine Verbesserung des Zugangs zu Risikokapital und durch die Unterstützung der Forschung.

Weitere unterstützende Maßnahmen in Europa

  • Das europaweite Projekt „BIOCHEM“ bietet Hilfestellung für Unternehmen, insbesondere für KMUs, die auf dem Markt der Biochemie-Produkte aktiv werden wollen. Vor allem Innovationen der Industriellen Biotechnologie sollen mit diesem Programm in Europa gefördert werden.
  • Die „20-20-20-Ziele“ hat die Europäische Union im Dezember 2008 ins Leben gerufen. Diese Richtlinie hat zum Ziel, bis 2020 den Anteil an erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch auf 20 Prozent zu erhöhen, 20 Prozent weniger Treibhausgase freizusetzen (gegenüber 1990) und den Primärenergieverbrauch durch eine Steigerung der Energieeffizienz um 20 Prozent, gegenüber dem für 2020 prognostizierten Niveau, zu senken.
  • Daneben wird mit den Leistungen der „EU-Regionalpolitik“ ein Teil zur Umsetzung der „Strategie Europa 2020“ beigetragen. Mit 348 Milliarden Euro für die aktuelle Förderperiode von 2007-2013 ist die Regionalpolitik der zweitgrößte Posten im EU-Haushalt. Diese Gelder werden durch drei verschiedene Fonds zur Verfügung gestellt: zwei sogenannte Strukturfonds, „Europäischer Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und „Europäischer Sozialfonds“ (ESF), sowie den „Kohäsionsfonds“ (siehe Abbildung rechte Spalte). Folgende drei konkrete Ziele wurden für die aktuelle Förderperiode formuliert: (I) Konvergenz, (II) Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung, sowie (III) Europäische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ). Zum Erreichen dieser Ziele investiert die EU-Regionalpolitik in die Schaffung von Arbeitsplätzen, fördert die Wettbewerbsfähigkeit und das Wirtschaftswachstum, verbessert die Lebensqualität und unterstützt eine nachhaltige Entwicklung strukturschwacher EU-Regionen, u. a. auch in der Bundesrepublik. In der nationalen Umsetzung der EU-Regionalpolitik, dem „Nationalen strategischen Rahmenplan“ (NSRP), werden in Deutschland etwa auch Cluster und die Clusterentwicklung gefördert.


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