Relevanz der strategischen Allianz TeFuProt

Die Nutzung biobasierter Rohstoffe in industriellen Prozessen ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg, vorhandene Ressourcen und das Klima zu schonen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu erhöhen. Ziel der strategischen Allianz TeFuProt ist es deshalb, pflanzliche Proteine aus Nebenprodukten der industriellen Ölsaatenverarbeitung als funktionellen Bestandteil in unterschiedlichen technischen Anwendungen nutzbar zu machen. Dieser bioökonomische Ansatz soll der Verknappung und der zu erwartenden langfristigen Verteuerung fossiler Rohstoffe entgegenwirken.

Hintergrund zu TeFuProt

In TeFuProt arbeiten 12 Partner zusammen, deren Ziel darin besteht, eine breite Palette verschiedenster Anwendungen für eine bisher wenig beachtete Klasse von nachwachsenden Rohstoffen zu finden: den Proteinen. Es beteiligen sich Unternehmen aus so unterschiedlichen Branchen wie der Kunststoff-, der Pigment-, der Lack-, der Papier-, der Bohröl-, der Schmierstoff- und der Reinigungsmittelindustrie. Diese Bereiche sind bisher wenig oder gar nicht biologisiert. Bei einem derartigen Spektrum beteiligter Unternehmen ist zu erwarten, dass die Ergebnisse der TeFuProt-Partner starke Auswirkungen auf die weitere Biologisierung dieser und benachbarter Industrien haben werden. Die Allianz wird dazu beitragen, in Produktionsprozessen, die derzeit keine bio-basierten Rohstoffe einsetzen, flexible Rohstoffquellen unter Nutzung von bisherigen Biomassenebenprodukten zu erkennen und gegebenenfalls auch darauf umzustellen.

Relevanz pflanzlicher Proteine

Proteine gehören wie Cellulose, Lignin und Fette zu den nachwachsenden Rohstoffen. Sie weisen eine Vielzahl von techno-funktionellen Eigenschaften auf, die aus ihrer unterschiedlichen Zusammensetzung der Aminosäuren und ihrer räumlichen Struktur resultieren. Beispiele hierfür sind ihre Grenzflächenaktivität, ihre Klebrigkeit oder ihre Film- und Gelbildeeigenschaften. Diese und weitere Eigenschaften und die großen verfügbaren Mengen aus Nebenprodukten der Lebensmittelindustrie machen Proteine potenziell zu einem wesentlichen biologischen Rohstoff auch für technische Anwendungen.

Pflanzenproteine werden zurzeit in der chemisch-technischen Anwendung noch wenig genutzt, doch durch Erschließen ihrer Funktionalitäten können sich erhebliche Vorteile eröffnen:

  • Chance zu Sprunginnovationen, also zu echten neuartigen Produkten
  • Entwicklung von Produkten, die in ihrer chemisch-technischen Anwendung verbesserte Eigenschaften gegenüber bestehenden Materialien aufweisen
  • Höhere Wertschöpfung durch die Verwendung pflanzlicher Proteine als Chemikalien gegenüber ihrer momentanen Verwendung, z. B. Verbrennung zur Wärmeerzeugung
  • Verringerung der Abhängigkeit der Produktion von fossilen Ressourcen
  • Nachhaltigere Produkte und Klimaschonung

Zusätzlich sind von den neuen Materialien auf Proteinbasis a priori keine negativen oder gar toxischen Effekte auf Mensch und Umwelt zu erwarten.