Ziele und Absichten von BBI

Die öffentlich-private Partnerschaft Biobased Industries (BBI) bietet Lösungen für die drei größten europäischen Herausforderungen bei der Schaffung einer biobasierten Wirtschaft bis 2030:

  • Investition: Überwinden der Hürde des Anlagerisikos in den Pilot- und Demonstrationsphasen, um die Wirtschaftlichkeit einer neuen Wertschöpfungskette zu belegen.
  • Innovation: Überwinden einiger weiterer Hindernisse, um die Lücke zwischen Forschung und marktfähigen, biobasierten neuen Produkten zu schließen.
  • Bildung und Integration neuer Wertschöpfungsketten.

BBI ist darauf bedacht, dass Europa sich im Wettlauf der schnell wachsenden globalen Bioökonomie behaupten kann, indem neue revolutionäre Partnerschaften und innovative Wertschöpfungsketten gebildet, sowie konkurrenzfähige Lösungen in den Markt gebracht werden.

Die konkreten langfristigen strategischen Ziele von BBI für die biobasierte Wirtschaft bis zum Jahr 2020 (bzw. 2030) sind:

  • Die PPP-Aktivitäten sollen durch die Entwicklung von land- und forstwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten eine sichere und nachhaltige Versorgung von Lignozellulose-haltiger Biomasse (inkl. Reststoffe) für europäische Bioraffinerien gewährleisten.
  • Es besteht noch Potenzial für eine Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen, welche derzeit nicht oder nicht optimal genutzt werden. Biobased Industries soll dazu beitragen, in 2020 15% (in 2030 35%) dieser nicht ausgelasteten Fläche zu revitalisieren bzw. besser zu nutzen.
  • Momentan werden in der EU 1.100 Millionen Tonnen Biomasse für Materialien, Lebens- und Futtermittel genutzt und geschätzte 500 Millionen Tonnen werden für die Energieerzeugung und stoffliche Nutzung verwendet. Die Ergebnisse der PPP sollen dazu beitragen, das Biomasseangebot bis 2020 um 10% (bis 2030 um 20%) zu steigern.
  • Aktuell nicht genutzte Neben- und Abfallprodukte aus verschiedenen biogenen Quellen (Land- und Forstwirtschaft, Abwasserbehandlung, Klärschlamm, organischer Hausmüll, Grünabfälle etc.) belaufen sich in der EU auf insgesamt 2,8 Milliarden Tonnen. Die BBI-Maßnahmen sollen Anreize schaffen, in 2020 15% (in 2030 25%) dieser potenziellen Ressourcen zu mobilisieren und zu nutzen.
  • Ergebnisse, die durch BBI erzielt werden, sollen eine wettbewerbsfähige und wissensintensive Wirtschaft in Europa erhalten und weiterentwickeln. Basierend auf Bioraffinerien, sollen so bis 2020 400.000 (bis 2030 700.000) neue qualifizierte Arbeitsplätze entstehen.
  • Die verfügbare Biomasse soll voll ausgeschöpft und Stoffströme geschlossen werden. Darüber hinaus soll die PPP zur, herrührend aus der zusätzlichen Biomasseverarbeitung, Isolierung und Wertsteigerung von Proteinen beitragen. Damit soll der Import von Proteinen (z. B. Soja) für Futtermittel in Europa bis 2020 um 15% (bis 2030 um 50%) reduziert werden. Derzeit werden 2.300 Millionen Tonnen Phosphat und 2.700 Millionen Tonnen Kalisalz in der EU verbraucht, von dem das Meiste (geschätzt 90%) in Form von (verarbeiteten) Gesteinsmaterialien (nicht-erneuerbare Ressourcen) in die EU importiert wird. Durch die in der PPP beabsichtigte Optimierung der Programme für Bodenfruchtbarkeit, einschließlich Regeneration und Verwertung von Phosphat und Kalisalz, soll die Einfuhr dieser Düngemittelkomponenten bis 2020 um 10% (bis 2030 um 25%), bezogen auf die gesamte Rohstoffproduktion, reduziert werden.
  • Biobased Industries soll den industriellen Einsatz biobasierter Chemikalien und Materialien sowie fortschrittlicher Treibstoffe anstoßen und dazu beitragen, dass:
    • 20% der europäischen Chemikalien- und Materialienproduktion bis zum Jahr 2020 (30% bis 2030) biogenen Ursprungs sind. Verglichen mit der aktuellen Situation entspricht dies 10% biobasierter Chemikalien und Materialien.
    • bis 2020 mindestens 2% (bis 2030 mindestens 25%) des europäischen Energiebedarfs im Verkehrssektor durch nachhaltige, fortschrittliche Biokraftstoffe gedeckt werden.
    • mindestens fünf first-of-its-kind Vorzeigeanlagen realisiert werden, um die Technologien für die Biomasse-Konversion zu optimieren und deren Wettbewerbsfähigkeit für eine zweite Welle kommerzieller Produktion ab 2017 sicherzustellen.
  • BBI soll eine neue Generation biobasierter Materialien und Verbundwerkstoffe einführen, welche eine bessere Performance beim Einsatz in verschiedenen Branchen ermöglicht. Damit trägt die PPP dem Ziel Rechnung, bis 2020 den Markt mit biobasierten Polymeren und Verbundwerkstoffen zu versorgen, welche ein fünfach (zehnfach in 2030) besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die fossilen Alternativen aufweisen (im Vergleich zu heute); eine erhöhte Verbraucherakzeptanz, eine abgestimmte Politik und Kennzeichnung, das Bewusstsein für biobasierte Produkte sowie für Recycling und Wiederverwertung werden einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Marktdurchdringung haben.
  • Durch die gemeinsamen Anstrengungen der PPP soll ein signifikanter Beitrag zum europäischen Ziel einer 20%igen Reduktion der Treibhausgas-Emissionen in 2020 (gegenüber 1990) erreicht werden.
  • Als Folge der Offenheits- und Exzellenz-Prinzipien beabsichtigt Biobased Industries Hochschulen, Forschungseinrichtungen und KMUs aktiv mit einzubeziehen, so dass mindestens 15% der Horizon 2020-Mittel an diese Akteure gehen. Außerdem wird erwartet, dass erhebliche zusätzliche industrielle Finanzmittel an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und KMUs gehen, indem diese an den Industrie-getriebenen Demonstrationsprojekten teilnehmen.

Die konkreten Key Performance Indicator (KPIs) der langfristigen, strategischen Ziele finden Sie in den nebenstehenden Dokumenten.