4 Mio. Euro Förderung vom BMBF für Forschungsprojekt zur Herstellung von Flugkraft-, Schmier- und Baustoffen der dritten Generation

„Advanced Biomass Value“: Nachhaltige Produktion durch energetische und stoffliche Nutzung von Algenbiomasse

München, 06.05.2013. Ein neuer Erfolg für das IBB-Netzwerk: Das Verbundprojekt „Advanced Biomass Value“ wurde heute vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligt. Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen etwa 4 Mio. Euro an Fördermitteln in das Projekt fließen. Ziel der neun Projektpartner unter Leitung des Fachgebiets Industrielle Biokatalyse der Technischen Universität München ist es, Algenbiomasse stofflich sowie energetisch zu nutzen: Aus den in den Algen enthaltenen Lipiden sollen hochwertige Schmierstoffe hergestellt werden. Die restliche Algenbiomasse wird weiterverwendet, um Biokerosin zu produzieren. Die bei dieser Produktion anfallenden Reststoffe werden ebenfalls zweckmäßig in CO2-adsorbierenden Baustoffen weiterverwertet. Somit entstehen keine Abfälle.

„Innerhalb dieses Projekts wird eine Technologie entwickelt, die es ermöglicht, den Bedarf an Flug- und Schmierstoffen nachhaltig zu decken. Die Vorarbeiten waren vielversprechend und konnten auch das BMBF überzeugen.“, freut sich Prof. Dr. Haralabos Zorbas, Geschäftsführer der Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH (IBB Netzwerk GmbH). Die IBB Netzwerk GmbH hat das Projektkonsortium in der Partnerfindung und Antragseinreichung begleitet und ist in dem Projekt zuständig für den Ausbau des Verbundes und die Außendarstellung.

Die Projektpartner Fachgebiet Industrielle Biokatalyse, die Lehrstühle für Chemie Biogener Rohstoffe und für Bioverfahrenstechnik der TU München sowie Fuchs Europe Schmierstoffe sind Mitglieder im IBB-Netzwerk. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Technische Chemie II der TU München, Bauhaus Luftfahrt e.V., EADS Deutschland GmbH, dem Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und NATECO2 GmbH & Co. K.G. verfolgen sie den einzigartigen Ansatz, Algenbiomasse in funktionale Flugkraft-, Schmier- und neuartige Baustoffe umzusetzen.

Hintergrund:
In der Flug- und Schmierstoffindustrie ist im Hinblick auf die immer knapper werdenden fossilen Rohstoffe ein Umdenken notwendig. Um den Bedarf auch weiterhin zu decken, müssen alternative Ressourcen herangezogen werden. Kraftstoffe aus Algen werden den Standards heutiger Flugkraftstoffe gerecht. Zudem konkurriert die Nutzung von Algen als Rohstoffquelle nicht mit der Nahrungsmittelproduktion. Weitere Vorteile sind, dass Algen beim Wachsen das Treibhausgas CO2 fixieren und im Vergleich zu Landpflanzen einen 10-100fach höheren Biomasseertrag pro Anbaufläche aufweisen.