Bayern, Deutschland und die Welt - politische Unterstützung der Industriellen Biotechnologie

Inhalt:

National wie auch international wurden diverse Maßnahmen und Programme aufgesetzt, welche die Innovationskultur und den Technologietransfer stärken sollen. Einige dieser unterstützenden Maßnahmen fördern direkt oder indirekt auch die Industrielle Biotechnologie. Hier finden Sie nach Regionen unterteilt einige wichtige Eckdaten.

Eine annähernd vollständige Liste aller - die Industrielle Biotechnologie betreffenden - Förderinstrumente Bayerns und Deutschlands finden Sie in unserem Förderverzeichnis.

Freistaat Bayern

Die Unterstützung des Freistaats Bayern hinsichtlich Industrieller Biotechnologie wird im Wesentlichen von folgenden Ministerien geleistet:

  • Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (BayStMWMET)
  • Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (BayStMBKWK)
  • Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BayStMELF) 
  • Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (BayStMUV)

Eine beispielhafte Auswahl an Programmen, Einrichtungen und Fördermaßnahmen im Freistaat Bayern mit Relevanz für die Industrielle Biotechnologie finden Sie hier.

Bund

Als ein nationales Gesamtkonzept versammelt die „Hightech-Strategie 2020“ die wichtigsten Mitwirkenden des Innovationsgeschehens hinter einer gemeinsamen Idee. Zukunftsprojekte der Strategie sind z. B. Nachwachsende Rohstoffe als Alternative zum Erdöl oder die CO2-neutrale, energieeffiziente und klimaangepasste Stadt. Mehr Details zu Fördermaßnahmen des Bundes finden Sie hier.

Die wichtigsten Förderinstitutionen des Bundes sind:

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
  • Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Europa

Die Europäische Kommission hat mit dem „7. Forschungsrahmenprogramm“ (7. FRP) das weltweit größte transnationale Förderprogramm für Forschungsförderung erstellt. Es umfasst eine Laufzeit von 7 Jahren (2007-2013) und ein Gesamtbudget von ca. 54 Milliarden Euro. Unter den förderfähigen Bereichen wurden u. a. auch die Industrielle Biotechnologie und Demonstrations-Anlagen berücksichtigt. Ab 2014 (bis 2020) tritt „Horizont 2020 - Das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation“ mit einem Gesamtbudget von ca. 70 Milliarden Euro in Kraft.

Horizont 2020 hat drei Schwerpunkte:

  • Förderung der wissenschaftlichen Grundlagenforschung
  • Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit
  • Bewältigung der großen Gesellschaftlichen Herausforderungen

Unter „Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit“ werden z. B. die Bereiche „neue, verbesserte Materialien“, „Biotechnologie“ und „verbesserte Produktion und Entwicklung“ abgedeckt. Die IBB Netzwerk GmbH beteiligt sich im privaten Teil "BIC" der öffentlich-privaten Partnerschaft "BRIDGE", welche ebenfalls unter Horizont 2020 läuft (mehr...). Informationen zu weiteren europäischen Maßnahmen finden Sie hier.

USA

Der amerikanische „Energy Policy Act“ (EPAct) von 2005 enthält das Programm “Renewable Fuel Standard” (RFS1). Dieses verlangt, dass bis zum Jahr 2012 insgesamt 7,5 Milliarden Gallonen (= 28,4 Milliarden Liter) Treibstoff aus erneuerbaren Rohstoffquellen dem Benzin im Verkehrssektor zugesetzt werden müssen. Anschließend hat der „Energy Independence and Security Act of 2007“ (EISA) das bestehende RFS1 Programm ergänzt und auf Dieselkraftstoff ausgeweitet. Damit wurde neu beschlossen, dass bis zum Jahr 2022 insgesamt 36 Milliarden Gallonen (= 136,3 Milliarden Liter) Biokraftstoff den Kraftstoffen im Verkehrssektor zugesetzt werden müssen. Außerdem wurden neue Biokraftstoffqualitäten etabliert und davon unterschiedliche Volumenanteile festgelegt.

Daneben haben das US Department of Energy (DOE) und das US Department of Agriculture (USDA) im „National Biofuels Action Plan“ eine gemeinsame Strategie zur Verwendung von Biomasse aufgestellt. Ziel ist es, die vorhandene Biomasse - hauptsächlich zellulosehaltige Reststoffe - für die Biokraftstoffherstellung zu verwenden. Dafür investieren sie mehrere Millionen US Dollar.

International - Emissionshandel und CO2-Zertifikate

Der Verkauf von CO2-Zertifikaten ist eine umweltpolitische Maßnahme im Rahmen des weltweiten Emissionshandels. Staaten, Firmen oder Industriezweige bekommen gewisse Emissionsrechte – die CO2-Zertifikate – zugeteilt, die ihnen erlauben, eine gewisse Menge an Emissionen zu produzieren. Liegt der jeweilige CO2-Austoss über der in den Zertifikaten festgelegten Menge, müssen die Produzenten weitere CO2-Zertifikate erwerben, um die zusätzlichen Emissionen abzudecken. Wird jedoch weniger CO2 produziert als im Zertifikat festgelegt, zum Beispiel durch den Betrieb von umweltschonenden, biotechnologischen Anlagen oder den Einsatz von regenerativen Energieträgern, können die Produzenten ihre überschüssigen Emissionsrechte an andere verkaufen und damit besser wirtschaften. Weitere Details zum Emissionshandel finden Sie hier.

Die Antragsfrist für das Zuteilungsverfahren der dritten Handelsperiode (2013-2020) endete am 23. Januar 2012.