National tätige Unternehmen im Bereich Industrielle Biotechnologie

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A

Eine der ältesten und bekanntesten Enzymhersteller ist die AB Enzymes GmbH. Das Produktportfolio reicht von Enzymen für Getränke und Backwerk über Futtermittelenzyme bis zu Enzymen für die Textilindustrie. In einem weiteren Schwerpunkt, der Biokraftstoffproduktion, fokussiert sich das Unternehmen auf die Verwertung von lignozellulosehaltiger Biomasse.

Die AMSilk GmbH, ansässig in Martinsried bei München und IBB-Netzwerkmitglied, bietet einen Prozess an, um Biopolymere (Spinnenseidenproteine) großtechnisch herzustellen. Die an der TU München entwickelte Technologie kann speziellen Kundenbedürfnissen angepasst werden.

B

BASF SE ist mit der biobasierten Produktion von jährlich über 1.000 Tonnen einer der weltweit führenden Produzenten von Vitamin B2 (= Riboflavin). Das Unternehmen erzielt mit Produkten, die ganz oder teilweise mit biotechnologischen Verfahren hergestellt werden, einen Umsatz von mehr als 300 Millionen Euro. Außerdem startete BASF 2006 die F&E-Initiative „Wachstumscluster Industrielle Biotechnologie“ mit einem Investitionsvolumen von 160 Millionen Euro.

BASF will zusammen mit Purac, (siehe internationale Anwender) einem Tochterunternehmen von CSM, führender Anbieter für biobasierte Bernsteinsäure werden. In der gemeinsamen Pressemitteilung von Oktober 2012 erläutern die Partner, dass Ende 2013 eine Fermentationsanlage mit einer Kapazität von 10.000 Tonnen Bernsteinsäure pro Jahr in Betrieb gehen soll. Desweiteren ist eine Großanlage mit einer Kapazität von 50.000 Tonnen in Planung. (mehr...)

Die BRAIN AG entwickelt innovative Produkte und Lösungen auf Basis der in der Natur vorhandenen, aber bislang unerschlossenen biologischen Lösungen. Die aktiven Produktkomponenten ermittelt die BRAIN AG im unternehmenseigenen „BioArchive“, das zu den umfangreichsten Archiven seiner Art gehört. (mehr...)

C

Die c-LEcta GmbH ist wie AB Enzymes oder BRAIN ein deutsches Biotechnologie-Unternehmen, welches auf die Entwicklung von maßgeschneiderten Enzymen und Stämmen für industrielle Anwendungen spezialisiert ist. Die unternehmenseigenen Technologien ermöglichen eine effiziente Entwicklung von Stämmen für Proteine und niedermolekulare Produkte. (mehr...)

Die Clariant Produkte (Deutschland) GmbH (ehemals Süd-Chemie AG), ebenfalls Mitglied im IBB-Netzwerk, betreibt am Forschungsstandort München seit 2009 eine Pilotanlage zur Herstellung von Bioethanol der zweiten Generation aus Lignocellulose-haltigen (Agrar-)Reststoffen. Eine Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 1.000 Tonnen Ethanol pro Jahr ging im Juli 2012 in Straubing in Betrieb.

Aus Hagen stammt die Carl Bechem GmbH, welche zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, dem Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF) und der TU Braunschweig ein wasserbasiertes Kühlschmiermittel als Alternative zu mineralölbasierten Kühlschmierstoffen entwickelt hat. Möglich wurde dies durch den Zusatz von Biopolymeren.

E

Die Evocatal GmbH aus Düsseldorf, auch ein IBB-Netzwerkmitglied, kooperiert mit dem Spezialchemie-Konzern Lanxess (siehe "L") bei der Suche nach Verfahren zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe für die Kautschukherstellung. Bereits seit September 2011 und noch bis 2014 arbeiten diese Unternehmen in einem Forschungskonsortium zum Projekt "ThRuBio" (Thermoplastics and Rubber via Biotechnological Synthesis) zusammen. Außerdem beteiligt sind: Evonik Industries AG, Essen und die TU München.

Aktuell baut die Evonik Industries AG eine Anlage zur Herstellung von Katalysatoren für die Biodieselproduktion in Argentinien. Noch in 2013 soll die Anlage gebrauchsfertige Alkoholate als Katalysatoren für die Produktion von Biodiesel aus nachwachsenden Rohstoffen liefern. Anfang 2013 hat Evonik außerdem in Slovenska Lupca (Slowakei) eine Pilotanlage zur Herstellung von ω-Amino-Laurinsäure (ALS) in Betrieb genommen und macht damit den nächsten Schritt in der Herstellung nachhaltiger Hochleistungskunststoffe.

Eine der ersten Initiativen von Evonik für die Industrielle Biotechnologie war das „Science-to-Business Center Biotechnology“ (Investitionsvolumen: 50 Millionen Euro) und wurde bereits 2007 in Marl eröffnet.

H

Die Hoechst AG (jetzt Sanofi-Aventis S.A.) stellte seine chemische Produktion von 7-Aminocephalosporansäure Mitte der 1990er Jahre auf die effizientere biotechnologische Produktion um.

L

Die Lanxess Deutschland GmbH investierte 10 Millionen US Dollar in den amerikanischen Biokraftstoff- und Biochemiehersteller Gevo um in Kooperation Isobuten für Butylkautschuk aus erneuerbaren Ressourcen herzustellen. Daneben beteiligte sich Lanxess auch am US-amerikanischenen BioAmber (siehe internationale Anwender) mit 10 Millionen US Dollar, um phthalatfreie Weichmacher aus biobasierter Bernsteinsäure herzustellen. Des Weiteren stellt Lanxess seit November 2011 weltweit den ersten EPDM-Kautschuk aus bio-basiertem Ethylen her. Das brasilianische Unternehmen Braskem (auch internationaler Anwender) liefert dazu den Rohstoff Ethylen aus Zuckerrohr.

Die Lufthansa AG und die auf Pflanzenöle spezialisierte INOCAS GmbH aus Lüneburg wollen gemeinsam anwendungsorientierte Konzepte zur wettbewerbsfähigen und CO2-neutralen Produktion von Biokraftstoffen entwickeln. Lufthansa verfolgt als eine Strategie zur Senkung der CO2-Emissionen den Einsatz von Biokerosin.

M

Metabolix, Inc. ist ein Biowissenschaftsunternehmen mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von sauberen und nachhaltigen Lösungen für Kunststoffe, Chemikalien und Energie. Im April 2012 eröffnete das Unternehmen seine erste europäische Niederlassung in Köln.

N

Die Novo-Tech GmbH & Co. KG aus Aschersleben ist europäischer Marktführer bei Holz-Polymer-Werkstoffen, auch bekannt als Wood-Plastic-Composites (WPC). Der Biowerkstoff bietet bessere Eigenschaften als herkömmliche Kunststoffe und hat sich bei Terrassensystemen zur ökologischen Alternative für Tropenhölzer entwickelt. Laut dem nova-Institut wurden 2012 weltweit über drei Millionen Tonnen WPC produziert und verarbeitet.

P

Die Phytowelt GreenTechnologies GmbH aus Nettetal bei Krefeld koordiniert ein neues Projekt, bei dem die pflanzlichen P450-Enzyme einer industriellen Nutzung zugeführt werden sollen. Dadurch erhoffen sich die Projektteilnehmer, den Einsatz von (petro)-chemischen Verbindungen, z. B. in der Produktion von Medikamenten, von Duft-, Geruchs- und Geschmackstoffen oder auch bei der Herstellung von Kunststoffen, zu ersetzen.

S

Die Südzucker AG betreibt im Segment CropEnergies u. a. eine der größten Bioethanolanlagen Europas der „ersten Generation“ (in Sachsen-Anhalt), mit einer Jahreskapazität von 360.000 qm Bioethanol.

V

Die Firma Verbio AG verarbeitet Stroh zu Biogas. In der im März 2012 eröffneten Anlage in Zörbig werden 20.000 Tonnen Stroh pro Jahr verarbeitet. Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen stellt neben Biogas auch Bioethanol und Biodiesel her.

W

Das größte bayerische Chemieunternehmen Wacker Chemie AG produziert im Bereich „Wacker Biosolutions“ mit biotechnologischen Methoden u. a. Cystin, Cystein und Cyclodextrine. 2012 erwirtschaftete der Bereich einen Umsatz von 158 Millionen Euro. Wacker betreibt hier auch eine Anlage zur Konversion von Bioethanol zu Acetat durch das proprietäre Aceo®-Verfahren. Wacker befindet sich im südöstlichen „Bayerischen Chemiedreieck“ mit 25 Unternehmen, ca. 25.000 Beschäftigten und mit über 8 Milliarden Euro Umsatz jährlich.


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